Swisshorse auf Facebook Swisshorse auf Instagram

Veranstaltungen

Hengstvorführung NPZ Bern 2018

Zucht

Informationen

Veranstaltungsort: Bern
Beginn: 25.02.2018 - 10:30
Ende: 25.02.2018 - 17:00

 

NPZ: Die Pferdezucht im Mittelpunkt   

Aus Anlass der traditionellen nationalen Hengstschau war die Pferdezucht in der Schweiz das grosse Thema im Nationalen Pferdezentrum in Bern. In einer Podiumsdiskussion am vorgängig durchgeführten, gut besuchten Züchterbrunch stand die Frage zur Debatte: «Was erwarten erfolgreiche Pferdesportler von der Pferdezucht?» Neue Erkenntnisse traten an der interessanten Diskussion mit Markus Graf (Dressur), Peter Hasenböhler (Concours Complet), Cornelia Notz (Springen) und Werner Ulrich (Fahren) zwar kaum zutage, doch zeichneten die engagierten Podiumsteilnehmer ein eindrücklich klares Bild der Situation. Einig waren sie sich, dass punkto Qualität an der CH-Sportpferdezucht nichts zu bemängeln sei. Wie ein roter Faden zog sich auch die Forderung nach guter Grundausbildung (Pferde und Menschen) durch die Debatte. An die Sportpferde würden immer höhere Anforderungen gestellt. Die Frage laute: «Wer kann mit diesen Pferden umgehen?» Während Markus Graf bedauerte, dass nicht mehr Dressurpferde gezüchtet werden, stellte Peter Hasenböhler klar, Pferde, die sich für den CC-Sport eignen würden, gebe es genug. «Aber gute CC-Pferde muss man erst einmal machen.» Und Werner Ulrich brachte ein grosses Problem mit den Worten auf den Punkt: «Es wollen alle Pferde, die lesen und schreiben können. Beim Budget hapert es jedoch oft.» Einig waren sich die vier Podiumsteilnehmer in der Forderung nach besserem Zusammenspiel zwischen Züchtern, Besitzern und Ausbildnern. Gute Rittigkeit, korrekte Grundgangarten und Gesundheit seien die Grundlage für alle Pferde, auch für den Basissport. Je nach Talent könne dann nach oben entwickelt werden, lautete die Quintessenz der lebhaften Diskussion.

An der sehr gut besuchten Hengstschau wurden 22 Beschäler präsentiert, davon drei Freiberger und drei deutsche Reitponys. Enttäuschend war die Beteiligung von beim Zuchtverband CH-Sportpferde gekörten Hengsten. Gerade mal sechs Beschäler konnten präsentiert werden. Das Gestüt Grenzland trat mit sechs Hengsten an, Albführen mit einem Beschäler. Dressurhengste glänzten mit Abwesenheit. Trotz dieser gegenüber früheren Jahren ernüchternder Bilanz fehlten auch an dieser Hengstschau begeisternde Höhepunkte nicht, und die Stimmung war ausgezeichnet. Mit Standing Ovation wurde der Tierarzt Stephan Bettschen verabschiedet, der zusammen mit seinem Berufskollegen Beat Wampfler von Beginn an dem OK der nationalen Schau «Hengste in Bern» vorgestanden hatte. Seine Stelle als OK-Vizepräsidentin hatte bereits vor dieser Hengstschau seine Nachfolgerin als Leiterin der NPZ-Reproduktionsstation, Murielle Lauper, übernommen.

Heinrich Schaufelberger

 

Fotos: Katja Stuppia