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Veranstaltungen

Ordentliche Mitgliederversammlung des ZVCH 2016

Mitgliederversammlung

Ausdruck des konstruktiven Miteinanders

Die ordentliche Mitgliederversammlung des ZVCH am 24. März in Wangen an der Aare war geprägt von einer positiven Grundstimmung. Der Wille, die Zukunft mit konstruktiver Zusammenarbeit zu meistern, war deutlich spürbar. Tief betroffen gedachte die Versammlung des in der Nacht zum Gründonnerstag viel zu früh und überraschend verstorbenen, vielfältig engagierten Züchters Michel Werly.

Der Auftakt zur ordentlichen Mitgliederversammlung löste grosse Betroffenheit aus. Nach der Begrüssung musste Präsident Michel Dahn sichtlich erschüttert bekannt geben, Michel Werly sei in der Nacht zuvor verstorben. Die Versammlung gedachte mit einer Schweigeminute eines leidenschaftlichen und äusserst engagierten Züchters, der sich mit auch ansteckender Begeisterung für die CH-Sportpferdezucht stark gemacht hatte. Sei es als langjähriges Vorstandsmitglied des ZVCH, OK-Präsident der Swiss Breed Classic, Organisator der Vorselektion für die Zucht-WM in Lanaken und Delegationsleiter, Speaker an der SM CH-Sportpferde, Mittler zwischen Zucht und Sport, beispielsweise am CHI Genf, usw., Michel Werly hatte alles mit ganzem, begeistertem Einsatz und viel Temperament getan.

Extrem positive Bilanz

Seinen Jahresbericht begann Präsident Michel Dahn mit der Feststellung, seine Bilanz 2015 falle «extrem positiv» aus. Besonders geschätzt habe er das leidenschaftliche Mitmachen der Züchter aus der ganzen Schweiz. Konkret sprach er als Beispiele dafür dezentralisiert durch regionale Zucht-Vereinigungen bestens organisierte Gross-Anlässse an, wie erstmals die Prämienzuchtstutenschau und bereits zum dritten Mal die Swiss Breed Classic. Das Anerkennen der Verantwortungen durch die Züchter habe sich manifestiert auch in der Zustimmung zur Erhöhung der Mitgliederbeiträge. Eine gute Nachricht sei «ausnahmsweise» auch einmal vom Bund in Form erhöhter Fohlenbeiträge für 2016 gekommen. Nachdem Michel Dahn auf grosse Erfolge der CH-Sportpferdezucht aus sportlicher Sicht und damit auch grosse Anerkennung durch Spitzensportler aufmerksam gemacht hatte, nahm er auch zu politischen Fragen und den dazu geäusserten Vernehmlassungen des ZVCH Stellung. Dabei wurde deutlich, dass sich der ZVCH sowohl im Interesse der Züchterschaft als auch des Pferdes allgemein konsequent verhalten hat. Zu den Importkontingenten sagte Michel Dahn: «Ganz allgemein gesehen sind diese, deren Erhöhung auf keinen Fall von uns akzeptiert werden kann, sehr diskussionswürdig. Sie führen zu einer vermehrten Ungleichbehandlung von Pferdeimport und –export.»

Auch «schmerzhafter Teil»

Als «persönliche Niederlage» bezeichnete der ZVCH-Präsident die Bilanz seiner mit Unterstützung des Vorstandes und der Mitglieder geleisteten Arbeit zur Zusammenführung der beiden Verbände ZVCH und Cheval Suisse. Dies sei der schmerzhafte Teil seines Jahresberichtes. Seitens des ZVCH seien bedeutende Schritte unternommem worden wie die Öffnung der Promotions-Prüfungen für Jungpferde, die Öffnung des Finals in Avenches auch für Pferde des CHS, Angebot zur Übernahme eines Ehrenamtes im Final-OK, Teilung der Bundesbeiträge für Pferde von Mitgliedern beider Verbände und Teilnahme am Sponsoring für den Final in Chevenez. Seitens des Verbandes Cheval Suisse sei jedoch keinerlei Willen in Richtung Wiedervereinigung erkennbar. Der zweite Verband bevorzuge die Bewahrung kleiner Sonderrechte gegenüber den Bestrebungen im Interesse des gemeinsamen Wohls der CH-Sportpferdezucht. Und in Beantwortung eines Votums zum Thema in der «allgemeinen Umfrage» führte Michel Dahn dann klipp und klar aus: «Unter solchen Voraussetzungen investiere ich keine Zeit mehr in das Projekt Wiedervereinigung.»

Ausgaben im Griff behalten

Mit guten Nachrichten konnte Finanzchef Christian Bürki aufwarten. Die Rechnung 2015 des Verbandes hat um rund Fr. 55'000.- besser abgeschlossen als budgetiert. Von der vorgesehenen Auflösung von Rückstellungen mussten lediglich Fr. 20'000.– beansprucht werden. In vielen Bereichen konnten bessere Resultate als budgetiert erzielt werden. Insbesondere zu Buche schlugen hierbei ein besseres Ergebnis der SM CH-Pferde und eine markante Kostensenkung bei der Verwaltung.

Für 2016 sind zwar Mehreinnahmen aufgrund der geänderten Tierzuchtverordnung (Fohlenbeiträge) sowie nun zum Tragen kommende erhöhte Mitgliederbeiträge zu erwarten. Dennoch wurde vorsichtig budgetiert, müssen doch auch drei grössere, ausserordentliche Projekte finanziell abgesichert werden (Update der Homepage, 20 Jahr-Jubiläum des ZVCH, Generalversammlung WBSFH in Genf anlässlich des CHI – Gastgeber ZVCH). In allen Bereichen sei es weiterhin notwendig, das Ausgabenverhalten kritisch zu analysieren, führte Christian Bürki aus. Rechnung und Budget wurden einstimmig genehmigt.

Ab 2017 auch Passivmitglieder

Dem Antrag des Vorstandes, ab 2017 auch eine Passivmitgliedschaft beim ZVCH zu ermöglichen und den damit verbundenen Statutenänderungen stimmte die Versammlung ebenfalls einhellig zu. Begründet ist diese Massnahme mit einer zunehmenden Anzahl von Personen, welche die Anliegen des Verbandes unterstützen, auch wenn sie nicht mehr aktiv am Zuchtgeschehen teilnehmen können. Um diese interessierten und teilweise sehr erfahrenen Züchter nicht ganz zu verlieren, sollen sie die Möglichkeit der Passivmitgliedschaft erhalten. Bei einem um Fr. 50.- reduzierten Jahresbeitrag sollen sie an der Mitgliederversammlung das Stimm-, Wahl- und Antragsrecht haben. Im Gegensatz zu den Aktivmitgliedern müssen sie nicht Mitglied einer regionalen Zuchtvereinigung sein. An der Mitgliederversammlung werden aber die Aktivmitglieder ab 2017 über zwei Stimmen verfügen, Sport- und Passivmitglieder nur über eine Stimme.

Wahlen und Ehrungen

Präsident Michel Dahn sowie die Vorstandsmitglieder Philippe Horisberger (Ressort Sport), Hansruedi Häfliger (Ressort Zucht), Brigitte Bisig (Ressort Vermarktung) und Lilian Kiener (OK-Präsidium SM CH-Pferde) wurden einhellig in ihren Ämtern bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wurde ebenso unbestritten Elisabeth Joss (Zucht «Hübelihof»), Hindelbank. Sie wird das Ressort Dressur übernehmen.

Aus dem Vorstand verabschiedet wurde Christian Bürki. Er hat die in den Statuten vorgesehene, maximale Amtszeit erreicht. Er war 2004 in den ZVCH-Vorstand als Leiter des Ressorts Finanzen gewählt worden. 2009 übernahm er auch das Vizepräsidium. Während seiner ganzen Amtszeit war er auch OK-Mitglied der SM CH-Pferde. Seit 2014 vertritt er die Interessen des ZVCH im Verwaltungsrat des NPZ Bern. Christian Bürki hat eine bewegte Amtszeit hinter sich. Einige Beispiele: Abkoppelung vom Dachverband VSP und Errichtung einer eigenen Geschäftsstelle mit all den keineswegs einfachen finanziellen Aspekten; Aufarbeitung des Steuerdossiers und daraus resultierende Steuerbefreiung des ZVCH; nicht immer einfache Verhandlungen und Diskussionen, unter anderem mit dem Bundesamt für Landwirtschaft. Christian Bürki ist leidenschaftlicher Züchter von Dressurpferden. Seit 1991 sind 28 Fohlen aus seiner Zucht im Herdebuch des ZVCH auf seinen Namen registriert, darunter vier CH-Prämienzuchstuten. Für seine grossen Verdienste wurde Christian Bürki einstimmig zum Ehrenmitglied des ZVCH erkoren.

An der ausserordentlichen Mitgliederversammlung im Jahr 1997 war Sylvia Jufer in das Ressort Zucht des ZVCH gewählt worden. Ab 2004 war sie verantwortlich für das nationale Fohlenchampionat in Avenches. Nun ist sie zurückgetreten, und auch ihr wurde die Ehrenmitgliedschaft für grosse Verdienste zuteil. Sylvia Jufer engagierte sich auf vielfältige Weise für die CH-Sportpferdezucht. So war sie verantwortliche Hengsthalterin der Deckstation des Nationalen Gestüts in Glovelier und betreute auch Hengste Privater. Der Genossenschaft Jura Demi-Sang stellte sie ihre Dienste als Präsidentin zur Verfügung. Zusammen mit ihrem Mann Jean sorgte sie für grosses Ansehen der Zucht «du Tabeillon». 63 Pferde entstammen diesem Stall, davon auch 21 Stuten in der Kategorie Stud-book, je eine CH-Prämienzuchtstute und eine mit dem Prädikat Elite Suisse. 26 Pferde im Register des SVPS tragen den Zusatz «du Tabeillon».

Verabschiedet wurden auch Beat Fehlmann, Experte Feldtest Reiten Freispringen 1997–2015, Prof. Gottlieb Ueltschi, Gutachter für die Beurteilung der Röntgenbilder der Hengste an der Körung 1990–2015, Dr. Ruedi Wälti, Mitglied der Veterinärkommission 1996–2015, Walter Althaus, Schausekretär 2004–2015, sowie Iris Baeriswyl, Schausekretärin 2007–2015.

Geehrt wurden als erfolgreichste Züchter an der SM CH-Sportpferde Josef Wiggli, Seewen, Zucht «vom Eigenhof» (33 Punkte mit fünf Pferden), Martin Bannwart, Gunzwil, Zucht «Athletic» (28 Punkte mit vier Pferden) und Catherine und Philippe Rizzoli, Genthod, Zucht «du Roset» (27 Punkte mit vier Pferden). Im Klassement Concours Complet schwang bei den sechsjährigen Pferden Viril Peccau CH (198 Punkte) mit Melody Johner im Sattel obenaus. Züchter und Besitzer dieses Pferdes ist Jean-François Johner, Lausanne. Bei den siebenjährigen & ältere Pferden erreichte Frimeur du Record CH mit Mélody Johner den Sieg mit 2132 Punkten. Das von Raymond Martin, Penthaz, gezüchtete Pferd ist in ihrem Besitz.

Heinrich Schaufelberger
Pressechef ZVCH

L’introduction d’un statut de membre passif a été acceptée à l’unanimité.

Einhellig wurde der Einführung einer Passivmitgliedschaft zugestimmt

Christian Bürki (Mitte) wurde aus dem Vorstand verabschiedet (links Brigitte Bisig, rechts Michel Dahn).

Neu in den Vorstand gewählt wurde Elisabeth Joss aus Hindelbank. Bilder Sandra Leibacher.

Die Versammlung gedachte des verstorbenen Michel Werly. Bild Elisabeth Weiland

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