So definierte Alois Pollmann-Schweckhorst aus Deutschland, renommierter Springreiter, Ausbildner und Trainer auf internationalem Niveau eine der Noten beim Freispringen. Zusammen mit Sylvain Montigny aus Frankreich, ebenfalls ein anerkannter Experte und Züchter, der bereits mehrere Jahre am Superfinale Swiss Breed Classic am CHI Genf richtet, beurteilte er die acht besten Pferde im Freispringen aus der Schweizer Zucht.
Empire CH v. Emerald van't Ruytershof - Caladetto fiel es besonders Leicht die gestellte Aufgabe im Couloir zu lösen. Mit grossem Selbstvertrauen zeigte er eine sehr «komplette Leistung» und erhielt dafür vom Richter aus Frankreich in der Qualität sogar die Maximalnote 10. Die Gratulation zu dieser tollen Leistung ging an den Züchter Sandro Rindisbacher, Wohlen AG, der mit seiner Firma Imcon AG, Zürich auch noch Besitzer des Hengstes ist. Der Hengst wurde gekonnt vorbereitet und präsentiert von Olivier Meyer, Bereiter im Nationalgestüt in Avenches.
Knapp dahinter platzierte sich Kallisto de Asgard CH v. Cornet Obolensky – Cumano aus der Zucht und im Besitz der MS Equinox AG in Spreitenbach. Der Sohn der berühmten Stute Nasa, die mit Steve Guerdat im Sattel international grosse Erfolge feiern konnte, zeigte sich ebenfalls mit einer sehr guten Technik, einem überragenden Vermögen und erhielt in der Qualität ebenfalls die Note 10. Sein Vollbruder Darco de Asgard CH, ebenfalls aus der Zucht der MS Equinox AG, gefiel unter anderem mit der tollen Athletik und belegte den 4. Platz.
Sehr zur Freude seiner Züchterin und Besitzerin Annette Würger, Ottikon ZH konnte sich Plot Blue vom Hellberg CH v. Plot-Blue - Quaprice du Bois Margo auf dem 3. Rang klassieren. Der braune Hengst, der seine väterliche Abstammung nicht verleugnen kann, überzeugte ausgezeichnete Reflexe und viel Schulterfreiheit.
Das Team um Parcourschef Vincent Deller leistete an beiden Tagen – Freitag im Training und Samstag am Superfinale – eine sehr kompetente Arbeit und sorgte für einen ruhigen Ablauf des Freispringens trotz des riesigen Publikumsaufmarsches rund um den Couloir.
Preis des ZVCH – spannend bis zum Schluss
Der «Prix FECH» für die 7- und 8jährigen Nachwuchspferde des ZVCH wurde erstmals mit einem Stechen ausgetragen. Das steigerte die Spannung nicht nur für Reiter und Besitzer. Auch das Publikum, das trotz des frühen Morgens am Sonntag bereits recht zahlreich in der beeindruckend grossen Arena der Palexpo die Prüfung verfolgte, fieberte mit und sorgte für eine tolle Atmosphäre.
Acht Pferde blieben im Normalparcours fehlerfrei, davon stammten drei aus der Zucht der Familie Rizzoli in Genthod, die nur einen Steinwurf weit von der Palexpo entfernt ihre erfolgreiche Zucht «du Roset» betreibt.
Philippe Rizzoli steuerte den 7jährigen King du Roset CH v. Kronos du Roset – Dollar de la Pierre fehlerfrei auch im Stechen in einer schnellen Zeit durch den sehr einladend gebauten Parcours von Julien Pradervand und seinem Team. Anja Sanchez gelang das Kunststück sich nach dem Vorjahressieg mit Navia vom Tutensee CH v. Nirmoo de Muze – Apadol wiederum in eine Polposition für einen erneuten Sieg zu bringen und mit der haargenau gleichen Zeit wie King du Roset die Ziellinie zu überqueren. Es sah so aus, als sollte es einen Doppelsieg geben. Doch Quickly vom Eigen CH v. Quickly de Kreisker – Kannan mit Dominique Zbinden im Sattel konnte die Bestzeit nochmals toppen und gewann souverän den Prix FECH 2025. Bereits im Vorjahr hatte der gekörte Hengst aus der Zucht der Familie Urs Wiggli & Barbara Schnieper, Seewen mit seinem 2. Rang gezeigt in welche Richtung sich seine sportliche Karriere entwickelt.
Alle teilnehmenden Pferde im Preis des ZVCH hatten mit sich mit sehr guten Leistungen für einen Start am CHI Genf beworben.
Blues d'Aveline CH im Rolex Grand Prix
Wohin die Reise der CH-Youngster gehen kann, zeigte sich dann am Sonntag-Nachmittag im Rolex Grand Prix. Blues d'Aveline CH v. Baloussini – Coriall konnte sich mit seinem Reiter Max Kühner aus Österreich im Feld der Weltelite behaupten und belegte mit einer schnellen 4-Fehler-Runde den tollen 14. Rang. Der 13jährge Wallach stammt aus der Zucht von Hansueli & Annemarie Bussmann aus Zug.
Der CHI Genf bot für die Schweizer Sportpferdezucht wiederum eine tolle Plattform, um die besten Nachwuchshoffnungen einem breiten, internationalen Publikum zu zeigen. Alle anwesenden Schweizer Züchter waren sichtlich stolz und dankbar für diese Chance.
Anja Lüth, ZVCH
VSS Ehrungen
Unter dem Patronat des Vereins Schweizer Sportpferde VSS fand die Wahl zum CH-Pferd des Jahres 2025 – also dem besten Pferd aus Schweizer Zucht – statt. Die sechs zu Auswahl gestanden Pferde (drei Spring-, zwei Vielseitigkeits- und ein Voltigepferd) haben mit ihren Spitzenleis tungen dazu beigetragen, dass auch 2025 viele grosse Erfolge gefeiert werden konnten. Die Jury bestehend aus den Präsidenten der Verbände VSS, von Cheval Suisse und dem ZVCH CH-Sportpferde sowie die Chefredaktoren der «PferdeWoche» und des «Cavalier Romand» haben vor kurzem das CH-Pferd des Jahres 2025 ausgewählt. Wir möchten nun das gut behütete Geheimnis lüften, die Wahl fiel auf:
Toblerone CH
geritten von der Vielseitigkeitsreiterin Nadja Minder. Der 18-jährige Wallach steht im Besitz von Nicole Basieux und stammt aus der Zucht von Eric Attinger aus Jussy GE. Der bereits 18-Jährige von Yarlands Summer Song aus der Medelyne wurde bereits mehrfach nominiert und hat es nun endlich dank seinen tollen Leistungen im CC-Sport geschafft. Es ist somit auch eine Auszeichnung nicht nur in diesem Jahr, sondern für seine gesamte sportliche Karriere. 2018 und 2019 startete Besitzerin Nicole Basieux selbst noch international, bevor sie ihn dann unter den Sattel von Nadja Minder gab. Unter der Zürcherin startete er an zwei Elite-Europameisterschaften – so auch in diesem Jahr in Blenheim (4. Platz Team/19. Einzel) – der Weltmeisterschaft 2022 und war Ersatz an den Olympischen Spielen 2024 in Paris. In diesem Jahr gab es zudem einen dritten Platz im CCI3* Montelibretti und Klassierungen im 4* Strzegom und 5* Luhmühlen. Der vierbeinige Kämpfer hat es mehr als verdient, mit dieser Auszeichnung heute geehrt zu werden
Der Verein Schweizer Sportpferde VSS vergibt auch jährlich den Titel des «Züchter des Jahres». Für das Jahr 2025 wurde diese Ehre
Weihergut-Zucht der Familie Gautschi
zuteil. Der elfjährige Beam me up Scotty ist das erste Pferd aus eigener Zucht, das auf dem Weihergut geboren wurde. Mit dem braunen Wallach gewann Tochter Eva Gautschi in diesem Jahr Gold an der Schweizer Meisterschaft der Springreitelite in Kappelen-Lyss. Die Familie Gautschi, das sind die Eltern Peter und Barbara, sowie die drei pferdeaffinen Töchter Nora, Iris und Eva. Auf dem Weihergut im zürcherischen Aeugst am Albis betreiben sie ein idyllisches Pferderefugium, das keine Wünsche offen lässt. Gezüchtet wird ausschliesslich mit erstklassigen Stuten mit hervorragender Abstammung und den besten Hengsten der Welt. Sportliche Qualität, Rittigkeit und ein klarer Kopf ist der Familie wichtig. Die Fohlen verbringen ihre ersten drei Jahre auf der Weide in der Herde. Danach werden sie sanft an das Stallleben und den Reiter gewöhnt. Mit Geduld führt man sie an den Springsport heran. Regelmässig werden Pferde ins In- und Ausland verkauft. In Italien, Irland und den USA starten bereits erfolgreiche Pferde aus der Weihergut-Zucht
Fotos: Serge Petrillo